Halbzeit im Gesundheitszentrum St. Anna:
Neuer Durchgangsarzt in Hadamar
Dr. Jan Mikeska praktiziert ab sofort in St. Anna
Halbzeit bei den Umbauarbeiten im Gesundheitszentrum St. Anna: Nach dreimonatiger Bauphase hat Hadamar einen neuen Durchgangsarzt. Mit Beginn des neuen Jahres hat Dr. Jan Mikeska, Durchgangsarzt (*Begriff: siehe Hintergrundinformationen am Ende des Beitrags), und Chirurg mit dem Spezialgebiet Visceralchirurgie*, seine bereits bestehende Praxis von Weilburg nach Hadamar verlegt. Somit bleibt die medizinische Versorgung von Arbeitsunfällen in Hadamar auch weiterhin gewährleistet. Die insgesamt 600.000 Euro-starke Baumaßnahme der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH soll im April abgeschlossen werden, damit weitere medizinische Stützpunkte für die Region verwirklicht werden können. Definitiv werden dann Karl-Heinz Körner und Dr. Linda Schapowalow ihre hausärztliche Gemeinschaftspraxis für Allgemeinmedizin dort eröffnen.
Insgesamt sind schon jetzt nunmehr 14 Ärzte in acht medizinischen Disziplinen im Gesundheitszentrum St. Anna tätig – eine gute Bilanz nach der Schließung des Hauses zu Beginn des vergangenen Jahres, wie Verwaltungsratsvorsitzender Erwin Reuhl, Geschäftsführer Klaus-Werner Szesik und Hadamars Bürgermeister Hans Beresko bei einer Besichtigung der Praxis übereinstimmend feststellten. „Es ist wieder Leben im Haus, hier bündelt sich ärztliche Kapazität“, freute sich Beresko, der gleichzeitig auch stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH ist. St. Anna sei ein medizinischer Schwerpunkt in der ambulanten Versorgung der Region. „Das Gesundheitszentrum lebt“, konstatierte auch Geschäftsführer Klaus-Werner Szesik. Das Gesundheitszentrum St. Anna biete der Bevölkerung deutliche Vorteile in der wohnortnahen Versorgung.
Über eine gelungene Halbzeit-Bilanz der Bauphase am Gesundheitszentrum St. Anna freuten sich jetzt vor Ort in der Praxis von Dr. Jan Mikeska v.l.n.r.: Erwin Reuhl, Verwaltungsratsvorsitzender der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH, Michael Trabold, Fachkrankenpfleger für Anästhesie- und Intensivmedizin, Bürgermeister Hans Beresko, Privatdozent Dr. Joachim Hillmeier, Chefarzt der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie am Limburger St. Vincenz-Krankenhaus, Katja Streckbein, Prokuristin der Krankenhausgesellschaft, Klaus-Werner Szesik, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft, Dr. Jan Mikeska und Pfarrer Franz-Josef Kremer.
Nach umfassenden Modernisierungsmaßnahmen mit völlig neuer Ausstattung stehen Dr. Jan Mikeska und seinem Team nun unter anderem zwei vollklimatisierte OP-Einheiten und ein Aufwachraum zur Verfügung. Im Bereich der ambulanten Operationen kooperiert Dr. Jan Mikeska mit Dr. Rainer Gütter-Bileb, Facharzt für Anästhesiologie. Das Praxisteam bietet den Menschen aus der Region ein breites Spektrum an ambulanten Operationen an. Neben Metallentfernung und der operativen Versorgung von Knochenbrüchen und anderen Knochenverletzungen (Osteosynthesen) im Bereich der Füße und Hände sowie an den Handgelenken, umfasst das Leistungsangebot des Mediziners verschiedene operative Eingriffe an Gelenken (wie zum Beispiel Schulterverrenkung), Operationen bei Nervenkompressionssyndromen (zum Beispiel bei Karpaltunnelsyndrom (CTS), Sulcus Ulnaris sowie bei Tennis- oder Golfarm (Epicondylitis)), Operationen von Varizen, von Leisten- und Nabelbrüchen, Bauchwandhernien sowie Operationen von Vorhautverengung, Hydrocele und Sterilisation. Auch eine Vielzahl septischer Eingriffe kann ambulant in der Praxis vorgenommen werden, insbesondere Abszesseröffnungen, Behandlung und Therapie von infektiösen Erkrankungen, darunter Panaritium, Phlegmonen, Sinus Pilonidalis, Analfisteln und Hämorrhoiden.
Im Bereich der Fußchirurgie behandelt Dr. Jan Mikeska Fehlbildungen und Fehlstellungen von Zehen, darunter Hammerzehen und Hallux valgus. Im Bereich der Handchirurgie nimmt er operative Eingriffe vor, zum Beispiel bei Verletzungen an der Strecksehnennaht, Ringbandspaltung bei schnellendem Finger und gegebenenfalls Amputationen von Fingern. Zudem gehören zu seinem Leistungsangebot auf dem Gebiet der Weichteilchirurgie Wundversorgung einschließlich Entfernung von Fremdkörpern, Entfernung von Schleimbeuteln (Bursektomie), Entfernung von Hauttumoren, Lipomen sowie die Behandlung auf den Gebieten der Lappenplastik und Spalthaut.
Nach seinem Studium war der aus Prag stammende Mediziner an Krankenhäusern im südbadischen Lörrach und in Crailsheim tätig gewesen. 1983 absolvierte er seinen Facharzt als Chirurg, 1997 als Viszeralchirurg. Seit rund 25 Jahren ist Dr. Jan Mikeska als Durchgangsarzt zugelassen. Seit 1998 war er zehn Jahre in eigener Praxis in Weilburg tätig.
Sprechzeiten der Praxis im St. Anna Gesundheitszentrum in Hadamar: montags, dienstags und donnerstags von 8 bis 18 Uhr, samstags von 8 bis 12 Uhr, mittwochs und freitags findet die Sprechstunde bis Mittag statt; an den Nachmittagen sind OP-Termine.
Kontakt: Praxis Dr. Jan Mikeska, Nonnengasse 19, 65 589 Hadamar, Telefon (0 64 33) 94 88 65.
Hintergrundinformationen
Durchgangsarzt
Ein Durchgangsarzt, abgekürzt D-Arzt, ist ein Arzt mit speziellen unfallmedizinischen Kenntnissen, der von den Berufsgenossenschaften speziell zur Behandlung von Arbeitsunfällen zugelassen ist. Nach einem Arbeitsunfall, einem Unfall in der Schule oder bei Wegeunfällen ist der Durchgangsarzt zu konsultieren, auch wenn man zunächst beim Hausarzt in Behandlung war. Die zuständige Berufsgenossenschaft übernimmt dann die Kosten für die Behandlung, wenn es sich um einen Arbeits- oder Wegeunfall handelt. Die Zulassung zum D-Arzt wird von den zuständigen Landesverbänden erteilt. Der D-Arzt soll das gesamte Heilverfahren steuern, er ist damit von der Erstversorgung über die Rehabilitation bis hin zur Festlegung von Entschädigungsleistungen koordinierend tätig. Dabei hat er unter anderem Kontakt zu dem behandelnden Arzt, der Unfallklinik, zu den Rehabilitationseinrichtungen, zu hinzugezogenen Fachärzten, der zuständigen Unfallversicherung. In Deutschland gibt es ungefähr 3.500 zugelassene Durchgangsärzte, jährlich werden etwa drei Millionen Versicherte im Durchgangsarztverfahren behandelt.
Viszeralchirurgie
Die Visceralchirurgie, auch Bauchchirurgie genannt, bezeichnet die operative Behandlung der sog. abdominellen Organe. Sie umfasst chirurgische Eingriffe im gesamten Verdauungstrakt einschließlich der Speiseröhre, des Magens, des Dünn- und Dickdarmes, des Enddarmes, der Leber sowie der Milz. Außerdem gehören zur Visceralchirurgie die operative Behandlung der Schilddrüse, der Nebenschilddrüse und die Behandlung des Leistenbruchs.